EuroWire , BRÜSSEL: Die Europäische Kommission hat einen EU-Aktionsplan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Cybermobbing und Online-Belästigung vorgestellt und dessen Einführung mit dem Safer Internet Day am 10. Februar verknüpft. Die Kommission verwies auf Umfrageergebnisse, denen zufolge etwa jedes sechste Kind im Alter von 11 bis 15 Jahren angibt, Cybermobbing erlebt zu haben, während etwa jedes achte zugibt, selbst andere online gemobbt zu haben. Die Initiative stuft Cybermobbing als grenzüberschreitendes Online-Sicherheitsrisiko für Minderjährige ein.

Der Plan basiert auf drei Säulen: Meldung und Unterstützung, Koordinierung zwischen den EU-Ländern und Prävention durch sicherere digitale Praktiken. Ein zentrales Element ist ein EU-weites Konzept für eine Online- Sicherheits -App, die es jungen Menschen erleichtern soll, schnell Hilfe zu suchen. Die Kommission kündigte an, einen Entwurf zu entwickeln, den die Mitgliedstaaten anpassen, übersetzen und mit ihren nationalen Diensten und bestehenden Systemen der Kindesunterhaltshilfe verknüpfen können.
Im Rahmen des Bereichs „Meldung und Unterstützung“ soll die geplante App Kindern und Jugendlichen ermöglichen, Vorfälle über eine nationale Hotline zu melden, Unterstützung zu erhalten und Beweise für Mobbing sicher zu speichern. Die Kommission beschrieb das Tool als Möglichkeit, einen klaren Meldeweg für Opfer und Zeugen von Online-Missbrauch zu schaffen, darunter auch Eltern und Erziehungsberechtigte, die möglicherweise Beratung benötigen. Der vorgestellte Ansatz soll es den nationalen Behörden ermöglichen, Hotlines und andere bereits lokal bestehende Dienste zu integrieren.
Die Kommission rief die EU- Länder außerdem dazu auf, die Koordinierung durch die Entwicklung nationaler Aktionspläne und die Nutzung eines gemeinsamen Verständnisses von Cybermobbing zu verbessern, um Daten im gesamten Block zu erheben und zu vergleichen. Die Kommission erklärte, sie werde mit den Mitgliedstaaten, der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft, internationalen Organisationen und Kindern zusammenarbeiten, um den Plan umzusetzen. Ziel ist es, Online-Räume sicherer zu gestalten und den Schutz der Rechte und des Wohlergehens von Kindern in digitalen Umgebungen zu stärken.
Berichts- und Unterstützungsmaßnahmen
Prävention bildet die dritte Säule. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Förderung sicherer und verantwortungsvoller digitaler Gewohnheiten von klein auf und der Verbesserung der schulischen Ressourcen. Die Kommission kündigte an, zu prüfen, wie bestehende EU- Instrumente und -Regelungen genutzt werden können, um Lehrkräfte besser auszubilden und Schulen mit Materialien zum Umgang mit Online-Risiken zu unterstützen. Auf der Webseite der Kommission zur Digitalpolitik wird zudem die Rolle der EU-kofinanzierten Safer Internet Centres hervorgehoben. Dort wird darauf hingewiesen, dass Cybermobbing in den letzten fünf Jahren das Hauptthema bei Anrufen an deren Hotlines war und 14 % aller Anrufe ausmachte.
Der Aktionsplan steht im Einklang mit der Durchsetzung bestehender EU-Vorschriften für Online-Plattformen. Die Kommission hob den Gesetzentwurf zu digitalen Diensten hervor, der Plattformen, die Minderjährigen zugänglich sind, zu hohen Standards in Bezug auf Datenschutz, Sicherheit und Schutz verpflichtet. Die Kommission hat Leitlinien zum Schutz von Minderjährigen veröffentlicht und Untersuchungen gegen Plattformen eingeleitet, die ihren Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen. Zu den im Rahmen des Aktionsplans genannten Maßnahmen gehören die Bereitstellung von Funktionen für Kinder, mit denen sie Nutzer blockieren und stummschalten können, sowie Schutzmaßnahmen für Gruppenfunktionen.
Regeln und bestehende Schutzmaßnahmen
Neben dem Gesetz über digitale Dienste wies die Kommission auf weitere EU- Vorschriften hin, die die Online-Sicherheit von Kindern betreffen. Die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste gilt für Rundfunkanstalten und Videoplattformen und beinhaltet Schutzbestimmungen für Kinder. Die Kommission erklärte, die Richtlinie werde überprüft, um Aktualisierungen für einen verbesserten Online-Kinderschutz zu prüfen. Die Kommission verwies außerdem auf das EU-Gesetz über künstliche Intelligenz, einschließlich Bestimmungen, die Systeme verbieten, die darauf ausgelegt sind, Menschen auf schädliche Weise zu manipulieren oder zu täuschen, sowie Regeln zur Kennzeichnung von Deepfakes, um das Risiko von Online-Täuschungen zu verringern.
Die Kommission verknüpfte den Aktionsplan mit umfassenderen Bemühungen zur Online-Sicherheit, darunter ein im Juli 2025 veröffentlichter Entwurf zur Altersverifizierung, der derzeit mit Mitgliedstaaten, Plattformen und Nutzern erprobt wird. Ziel des Ansatzes ist es, Minderjährige vor dem Zugriff auf altersbeschränkte Inhalte und Produkte im Internet zu schützen und gleichzeitig deren Privatsphäre und Anonymität zu wahren. Die Kommission bezeichnete den Plan gegen Cybermobbing als Ergänzung zu bestehenden EU- Initiativen, die Kindern, Eltern, Betreuern und Pädagogen klarere Instrumente zur Meldung von Missbrauch und zur Inanspruchnahme von Unterstützung bieten sollen.
Der Beitrag „EU startet Aktionsplan zur Eindämmung von Cybermobbing unter Kindern“ erschien zuerst auf British Messenger .
